Dolmen und Menhire sind Wahrzeichen der Bretagne

Dolmen Bretagne

Dolmen in der Bretagne: Hier in Plobannalec-Lesconil (Finistère)

Quer durch das westliche Europa prägen Phänomene die Landschaft, die auch zum Wahrzeichen der Bretagne geworden sind. Dolmen und Menhire tauchen von der Algarve im Süden Portugals bis nach Irland und Dänemark auf, beinahe immer in der Nähe der Küste. Davon hat die Bretagne viel zu bieten und den Bretagne-Urlauber dürfte interessieren, was es mit den Dolmen und Menhiren auf sich hat. Schließlich sind die an einigen Orten gewaltigen Ansammlungen von Steinen unübersehbar, vor allem in der Finistère und in Morbihan.

Entdeckt man die Hinweisschilder am Straßenrand, sind die Steine immer einen Abstecher wert. Menhire und Dolmen aufzusuchen ist stets ein beeindruckendes und vollkommen kostenloses Vergnügen.

In der Bretagne ist die Dichte an Dolmen und Menhiren europaweit am höchsten. Da ist es auch nicht verwunderlich, wenn die Begriffe “Dolmen” und “Menhir” von einem Bretonen geprägt wurden. Der in Carhaix geborene Altertumsexperte Théophile Malo Corret de la Tour d’Auvergne war eigentlich Hauptmann der französischen Armee, seine Leidenschaft galt allerdings der Erforschung der keltischen und bretonischen Sprache und Kultur.

Dass die Steinen Zeugen einer vorchristlichen Kultur sind, war zu Lebzeiten von de la Tour d’Auvergne, im 18.Jahrhundert, bereits bekannt. Heute lassen sich die Entstehungszeiträume der großen Steine genauer eingrenzen, wenn auch vor allem zu den Menhiren genaue Datierungen so gut wie unmöglich sind.

Mysteriöse Menhire

Vor etwa 6.500 Jahren (4.500 bis 4.000 vor Christus) begannen die prähistorischen Bewohner der Bretagne damit, Steine zu behauen und an bestimmten Orten aufzustellen. Warum sich die alten Bretonen die Mühe machten, die Menhire oft über Kilometer zu transportieren, konnte nie geklärt werden. Nahe liegen aber zwei Interpretationen.

Zum einen könnten die Menhire als symbolische „Wolkenkratzer“ dazu gedient haben, den Himmel symbolisch um günstige Bedingungen für die Landwirtschaft zu bitten. Sie könnten aber auch Ausdruck der Macht eines lokalen Herrschers gewesen sein, der damit sein Territorium markiert. Anderen Theorien zufolge waren die Menhire Fruchtbarkeitssymbole, Landmarken oder Zeichen des Aberglaubens. So wie die Bedeutung der Steine im Dunkeln bleiben wird, ist auch der Grund für das Ende der Menhire rätselhaft.




Zu den berühmtesten Beispielen der kultischen Steine gehören der Menhir vom Champ-Dolent bei Dol-de-Bretagne (Ille-et-Vilaine), die Menhire von Kergadiou bei Plourin, der Menhir von Kerloas (mit 10 Metern der größte stehende Stein seiner Art der Bretagne), der Grand Menhir (Locmariaquer) und der Menhir von Kerhouezel bei Porspoder (Finistère).

Nicht wenige Menhire bzw. deren Überreste dienten späteren Generationen als eine Art Steinbruch. Im Mittelalter bedienten sich die Menschen zum Bau von Häusern an den einstigen Kultstätten und auch einige Dolmen enthalten Teile ehemaliger Menhire.

Dolmen: Prähistorische Grabstätten

Zwischen 3.800 und 2.500 vor Christus begannen die die damaligen Bewohner West- und Nordeuropas, Dolmen als Grabstätten zu errichten. Beim Bau der Dolmen-Anlagen war vor allem Muskelkraft gefragt. Oft lag der Platz, an dem die großen Steine gefunden wurden kilometerweit entfernt von dem Platz, an dem Stätte errichtet werden sollte. So mussten bis zu 300 Menschen mit anpacken, um die tonnenschweren Gesteinsbrocken auf hölzernen Rollen zu bewegen.

Einer plausiblen Theorie zufolge brachten die prähistorischen Bauleute zunächst die aufrecht stehenden Blöcke in Position, in dem die Steine in vorgefertigten Gräben versenkt wurden. Anschließend schütteten sie Erde und Steine an den Wänden auf, bis sich die Deckenplatten auf einer Rampe nach oben ziehen ließen. Nach der Bestattung hatten die Dolmen ihren Sinn erfüllt und wurden komplett mit einer Schicht Erde versiegelt. Zahlreichen lokalen Legenden nach halfen Feen und andere Zauberwesen bei der Entstehung der Dolmen.

Im Laufe der Zeit trugen Wind und Wetter, aber auch die Menschen die schützende Schicht ab, sodass die bretonischen Dolmen heute in der Regel frei liegen. Forscher und Hobby-Archäologen finden dennoch immer wieder verborgene Grabkammern.

Die bekanntesten und eindrucksvollsten Dolmen der Bretagne sind „La Roche-aux-Fées“ (bei Vitré), eine Anlage auf der unbewohnten Insel Gavrinis vor der Küste von Locmariaquer sowie „Table des Marchand“, „Mané Lud“ und „Les Pierres-Plates“ in der Nähe von Locmariaquer.

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