Spezialitäten aus der Bretagne

Bretagne Spezialitäten

Galette & Cidre sind die bekanntesten Spezialitäten der Bretagne

Eine Reise in die Bretagne ist immer auch eine Entdeckungsreise für den Gaumen. In den Restaurants der Bretagne und auf den Märkten der Region lässt sich die kulinarische Abenteuerlust in vollen Zügen ausleben. Von bekannten Highlights wie Austern und Cidre über traditionelle Gerichte wie Kig-ha farz oder Far Breton bis hin zu Entdeckungen wie Cocos de Paimpol oder Chouchen zeigen wir hier die gesamte Bandbreite der bretonischen Küche.

Frisch & unverarbeitet // Herzhafte bretonische Spezialitäten // Süße Spezialitäten // Getränke

Frisch & unverarbeitet

Jakobsmuscheln
Zu den feinsten und exklusivsten Spezialitäten der Bretagne zählen die Jakobsmuscheln. Das zarte, nussige Innere ist an sich ein Ereignis. Frisch aus dem Meer bedarf es eigentlich keiner raffinierten Zubereitung oder weiterer exklusiver Zutaten, um die Jakobsmuscheln zu genießen. „Krogenn Sant-Jakez“ wie die Muschel auf bretonisch genannt wird, schmeckt roh, mariniert oder kurz angebraten. Fangfrisch vom Fischhändler erhält man die Jakobsmuschel von Oktober bis Mai. Im Sommer kommen die Meersfrüchte aus dem Tiefkühlregal, ohne dass man dabei einen großen Qualitätsverlust hinnehmen muss.

Austern
Frischer als in der Bretagne lassen sich Austern kaum genießen. Die Bedingungen für den Austernzucht sind an der Küste der Bretagne so gut wie in sonst kaum einer Region in Europa. Schilder wie „Huîtres“ oder „Vente d’huîtres“ geben dem Reisenden den Hinweis auf die Möglichkeit, Austern frisch aus dem Meer zu kaufen. Austernmesser zum Öffnen der Muscheln, etwas Zitrone oder Vinaigrette und ein Glas Weißwein – das sind die Zutaten zu einem perfekten Austerngenuß. Wer die Meeresfrüchte nicht im Selbstversuch kaufen und essen möchte, dem bieten auch die meisten Restaurants entlang der bretonischen Küste frische Austern an.

Salz aus der Guérande
In der südlichen Bretagne gewinnen Salzbauern ein weithin bekanntes Meersalz. Direkt aus den Salzfeldern in Morbihan stammt das berühmte „Sel de Guérande“. Geerntet wird hier per Hand. Fast genau so wie vor 2.000 Jahren, als die ersten Salzfelder bewirtschaftet wurden. Und wie zu dieser Zeit werden dem Salz der Guérande auch heute noch keine Zusatzstoffe beigegeben. In den Handel gelangen 2 Sorten. Das grobkörnige Meersalz eignet sich perfekt zum Kochen. Das feine „Fleur de Sel“, die Blume des Salzes steht bei Liebhabern zum Verfeinern von Speisen hoch im Kurs.

Oignons de Roscoff
Rund um das Städtchen Roscoff wächst eine spezielle Sorte roter Zwiebeln. Die „Oignons rosé de Roscoff“ gehören zu den bretonischen Produkten mit der Auszeichnung „Appelation d’Origine Contrôlée“ (AOC) und sind ein echter Exportschlager der Finistère. Zu Gute kommt den Landwirten, dass die rote Zwiebel wegen der milden klimatischen Bedingungen des Pays de Léon mehrmals im Jahr geerntet werden kann. Den vollen, leicht süßlichen Geschmack entfaltet die Zwiebel als Confit auf einem Stück Brot.

Erdbeeren aus Plougastel
Ein kulinarischer Geheimtipp sind die Erdbeeren aus Plougastel. Von Mai bis August leuchten die roten Früchte der Sorte „Gariguette“ von den Ständen der bretonischen Märkte. Besonders süß und intensiv schmecken die Erdbeeren, die in der Finistère, nahe Brest, angebaut werden.

Herzhafte bretonische Spezialitäten

Galettes
An Galettes kommt man im Bretagne Urlaub nicht vorbei. Eine Crêperie, das spezielle Restaurants, in dem die herzhaften Galette neben ihren süßen Verwandeten, den Crêpes, zubereitet werden, findet sich in Touristenzentren ebenso wie auf abgelegenen Inseln der Bretagne. Der zarte Teigfladen aus Weizen- oder Buchweizenmehl ist die Basis für eine Vielzahl an Variationen: als Galette complète mit Schinken, Ei und Käse. Mit Ziegenkäse und getrockneten Tomaten. Mit Räucherlachs und Crême frâiche. Mit Roquefort und Walnüssen. Mit bretonischer Blutwurst und angebratenen Äpfeln. Die Liste ließe sich beinahe endlos fortsetzen. Lassen Sie sich vom Menü der Crêperie Ihrer Wahl überraschen!

Cotriade
Die Fischsuppe Cotriade gehört zu den bekanntesten herzhaften Spezialitäten der Bretagne. In den Topf kommen dabei Fische wie Makrele und Seeaal, Meeresfrüchte wie Krabben und Langusten, Gemüse wie Rüben, Karotten und Kartoffeln. Abgeschmeckt wird das ganze mit Salz, Safran und Cayenne. Nach bretonischem Brauch löffelt man zuerst die Suppe und isst dann die Stücke. Nicht alle Restaurants der Bretagne führen die Cotriade auf der Karte, wenn Sie sie aber auf dem Menü sehen, sollten Sie zuschlagen!

Moules frites in der Bretagne

Moules frites: Köstliche Muscheln frisch auf den Tisch

Moules-frites
Miesmuscheln sind keine exklusive bretonische Spezialität. In Kombination mit Pommes-frites zählen die schwarzen Muscheln zu den beliebtesten Gerichten in Frankreich und Belgien. Dennoch ist die Bretagne für Liebhaber von Moules-frites ein besonderes Pflaster. So frisch und in so vielen Restaurants wie hier sind die zubereiteten Meeresfrüchte kaum zu finden.

Kig-ha farz
Kig-ha farz gehört zu den bretonischen Spezialitäten mit der größten Tradition. Einst erfunden von armen Bretonen, ist der Kig-ha farz ein rustikaler Eintopf aus Fleisch, Gemüse und Buchweizenmehl. Ebenso deftig wie schmackhaft! Zum Nachkochen benötigt man neben den Zutaten auch eine spezielle Tasche aus Tuch – erhältlich in vielen Souvenirshops der Bretagne Urlaub. Wenn Sie den Kig auf einem der bretonischen Märkte oder auf der Speisekarte eines Restaurants nicht entdecken, empfiehlt sich die Spezialität im Glas. Das fertige Gericht findet sich in jedem Supermarkt und steht in punkto Qualität den frisch zubereiteten kaum nach.

Paté Henaff
Jede Region in Frankreich kennt eine eigene Marke von Fleischkonserven. Die beliebtesten Paté der Bretagne stammen aus Quimper. „Paté Henaff“ bietet ein feines Sortiment von Pasteten in Büchsen und Gläsern. Zubereitungen mit Zwiebel, Pilzen oder Oliven eignen sich hervorragend für unterwegs oder als Häppchen zum Aperitif. Neben diesen Bestsellern und den Klassikern der Fleischkonserve finden sich im Regal des Herstellers auch Produkte in Bio-Qualität sowie Fischkonversven.

Belle-Iloise
Die Heimat der Konserven der Marke Belle-Iloise liegt auf der Halbinsel Quiberon. Eingelegte Sardinen, Thunfisch oder Makrelen pur oder mit den verschiedensten Zutaten lassen Fischliebhaber mit der Zunge schnalzen. Eine Augenweide sind die bunten und liebevoll gestalteten Dosen von Belle-Iloise. Die kleinen Kunstobjekte sind ein gern geschenktes und mit Begeisterung empfangenes als Mitbringsel. In zahlreichen bretonischen Städten (und auch darüber hinaus) hat Belle-Iloise eigene Shops.

Cocos de Paimpol
Hinter den „Cocos de Paimpol“ verbergen sich weiße Bohnenkerne! Die Bohnen wurden in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts aus Südamerika importiert und werden heute in der Region von Paimpol in den Côtes d’Armor immer noch per Hand geerntet. Sie sind eine echte Delikatesse und Spezialität – und seit ein paar Jahren ein Star unter den Gemüsen. Die Spezialitäten mit dem Siegel „Appelation d’Origine Contrôlée“ passen wunderbar zu einem Fischgericht (z.B. Dorsch) oder zu Lamm. Andere mögen sie auch als Zutat für einen frischen Salat.

Süße Spezialitäten der Bretagne

Bretagne Spezialitäten Crêpes

Süße Crêpes lassen viel Spielraum für Kreativität

(Süße) Crêpes
Die wohl bekannteste süße Spezialität der Bretagne ist der Crêpe. Vorläufer des Crêpe haben Historiker im Römischen Reich und in Asien nachgewiesen. Zur kulinarischen Kunstform erhoben haben den Teigfladen jedoch die Bretonen. Üblicherweise bilden die süßen Crêpes das Dessert nach einem herzhaften Galette.

Was in den Crêperien des französischen Nordwestens auf den Tisch kommt, hat nichts mit den oft labbrigen Crêpes aus deutschen Fußgängerzonen oder Jahrmärkten zu tun. Jeder Crêpier hat den Ehrgeiz die feinen süßen Mehlspeisen seines Lokals mit Eis, Obst, Sahne, Karamel- oder Schokoladensoße zu kreativen Einzelstücken zu machen. Crêpe-Teller sind immer ein optisches Highlight. Ein besonderes Erlebnis nicht nur für Auge und Gaumen ist der Crêpe Suzette, bei dem der Teig mit dem Likör Grand Marnier flambiert wird. Immer ein Ereignis, vor allem, wenn das Flambieren live am Tisch des Gastes zelebriert wird.

Far Breton
Als eine Art Puddingkuchen mit großen Pflaumenstücken lässt sich der Far Breton am besten beschreiben. Perfekt geeignet als Dessert eines echt bretonischen Mahles. Probieren Sie es aus, das Rezept ist leicht nachzukochen. In der nicht-jugendfreien Version ist ein Gläschen Rum Teil des Rezeptes.

Gâteau Breton
Der „Bretonische Kuchen“ fehlt in keiner Boulangerie der Bretagne. Das runde Biskuit kam erstmals 1863 goldgelb aus einem Ofen in Port-Louis (Morbihan) und ist mit einem großen Biskuit vergleichbar. Der mürbe Teig ist wegen der halbsalzigen Butter, die bei der Zubereitung verwendet wird, nicht vordergründig süß. In manchen Varianten hat diese süße Spezialität der Bretagne ein fruchtiges Herz aus Pflaumen- oder Himbeer-Konfitüre. Zusammen mit dem leicht salzigen Geschmack des Teiges bildet sich auf der Zunge ein interessanter Kontrast. Großes Plus: Der Gâteau Breton hält sich bis zu 2 Monate und ist daher als Mitbringsel aus dem Bretagne Urlaub sehr beliebt.

Kouign-amman
Die größte Kalorienbombe der Bretagne ist der Kouign-amann. Übersetzt heißt Kouign-amman „Butterkuchen“ und damit ist eigentlich schon alles gesagt. Mehl und Zucker, die weiteren Zutaten, sind bei diesem traditionellen Gebäck nur Statisten. Die Kouign-amman ist in Bäckereien und auf Märkten der Bretagne leicht an der glänzenden Schicht zu erkennen. Das Nachbacken ist eine Herausforderung. Denn auch wenn die Zutatenliste kurz ist, bedarf es beim Falten und Rollen des Teiges doch einiger Erfahrung. Wenn man in der Bretagne Ferien macht, sollte man die Kouign-amann mal ausprobieren.

Getränke der Bretagne

Cidre
Cidre ist der Wein der Bretagne: Wo andere Regionen in Frankreich den Saft der roten Reben veredeln, holt man in der Bretagne aus Äpfeln das Beste. Im Unterschied zum Apfelschaumwein aus der Normandie st sein bretonischer Bruder traditionell etwas herber, was an den verwendeten, eher säuerlichen Apfelsorten liegt. Die Farbe changiert zwischen strohgelb und mahagonibraun. Cidre doux ist eher fruchtig-süßlich im Geschmack und hat einen Alkoholgehalt von etwa 2,5%. Cidre brut ist herber und trockener und hat einen Alkoholgehalt von ca. 5%. Am besten kühl genießen zu einer Galette, passt aber auch als Begleitung zu einem Crêpe.

Lambig
Der bretonische Apfelgeist „Lambig“ wird auch als bretonischer Calvados bezeichnet. Lambig wird seltener zum Aperitif, eher nach dem Essen als Digestif genossen. Auch in der Küche kommt der Brand zur Anwendung, etwa zum Flambieren von Crêpes.

Pommeau
Wie Cidre und Lambig basiert auch der bretonische Pommeau auf einer Idee aus der Normandie. „Pommeau Breton“ oder „Pommeau de Bretagne“ besteht aus zwei Dritteln Apfelsaft und einem Drittel Lambig. Die Verwendung des bretonischen Calvados Lambig macht den einzigen Unterschied zwischen dem normannischen und bretonischen Likör. Alkoholgehalt: um die 15% Vol.

Chouchen
Chouchen ist eine die bretonische Variante des Honigweins Met. Der bernsteinfarbene Trank entsteht aus der Vergärung von Honig in Wasser, unmittelbar gepresster Apfelsaft stößt die sechsmonatige Gärung an. Der fertige, Bretonisch „chouchenn“ genannte Wein enthält um die 14% Alkohol. Um diese Menge an Alkohol zu erreichen, kommt auf einen Liter Chouchen etwa ein Drittel Liter Honig. Eine interessante Zutat eines bretonischen Aperitifs – am besten in Maßen genießen!

 

 

Fotos: Comité Régional du Tourisme de Bretagne |  © Yannick Derennes,