Roscoff: Charmante Hafenstadt mit vielen Überraschungen

Roscoff

Ansicht von Roscoff

Roscoff ist einer der nördlichsten Punkte der Finistère. Die kleine Stadt liegt nordwestlich von Saint-Pol-de-Léon, etwa eine halbe Autostunde entfernt von Morlaix und ca. eine Stunde entfernt von Brest. In Roscoff (bretonisch: „Rosko“) spielt sich alles direkt am Meer oder in unmittelbarer Nähe ab. Die kleinen Straßen mit den für die Bretagne typischen sandfarbenen Häusern rund um den Yachthafen. Die Kirche „Notre-Dame de Croaz Batz“ und ein meeresbiologisches Institut, das sein Aquarium auch für Besucher öffnet. Das „Thalasso Roscoff“ mit Blick aufs Meer und die für Führungen offene Fertigungsstätte der Algenverarbeiter von „Algoplus“.

Rote Zwiebeln aus Roscoff

Die roten Zwiebeln der "Johnnies"

Die „Johnnies“ verkauften die roten Zwiebeln mit dem Fahrrad

Roscoff darf sich rühmen, der Heimatort einer speziellen Sorte von Zwiebeln zu sein. Die Bezeichnung „Oignon de Roscoff“ ist eine „Appellation d’origine contrôlée“ (AOC) also ein geschützter Begriff wie „Vin d’Alsace“ oder „Calvados“. Nur die Knollen mit dem zwischen weiß und rosarot changierenden Fruchtfleisch aus Roscoff und Umgebung dürfen sich mit diesem traditionsreichen Namen schmücken. Mild und zugleich aromatisch sind die roten Zwiebeln. Wo immer Zwiebeln in einem Rezept zum Einsatz kommen, etwa in einer Zwiebelsuppe oder einer Zwiebeltarte, verleihen die „Oignon de Roscoff“ dem Gericht eine besondere Note. Etwas Spezielles sind auch die Confit aus den roten Zwiebeln. Ein kleiner Klecks auf einem Stück Foie Gras wertet bei einem Aperitif jedes Horsd’œuvre auf.

Seit mehr als 400 Jahren wird die spezielle Zwiebelsorte in Roscoff angebaut. Seefahrer schworen wegen des hohen Gehaltes an Vitaminen auf die Zwiebel. Eine lange Tradition haben die Zwiebeln auch als Exportschlager. Von Roscoff aus gingen im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert die sogenannten „Johnnies“ über den Ärmelkanal, um die Erzeugniss dort zu verkaufen. Die Männer zogen von Tür zu Tür über die Insel bis nach Schottland um die roten Zwiebeln an den Mann respektive die Frau zu bringen. Nicht wenige englische Hausfrauen sollen dem Charme der Johnnies erlegen sein. Den Johnnies ist in Roscoff ein eigenes Museum gewidmet, das „Maison des Johnnies“.

Fähren in Roscoff

Île de Batz

Ruinen auf der Île de Batz

Von der Mole im Zentrum von Roscoff aus legt die Fähre auf die Île de Batz ab. Die Île de Batz liegt in Sichtweite zum Ufer, bei Ebbe trennt nur ein schmaler Streifen Meer das Festland von der Insel. Ein Ausflug auf die autofreie Insel mit dem ausgesprochen milden Seeklima lohnt sich. An einem Tag lässt sich die Insel erwandern.

Ein moderner Fährhafen am östlichen Rand von Roscoff ist Ausgangspunkt und Ziel von Fähren nach Großbritannien und Irland. Die ankommenden Briten und Iren begrüßt und verabschiedet Roscoff auf ganz eigene Weise. Straßenschilder mit der Aufschrift „Keep right“ erinnern die Gäste daran, dass auf dem Kontinent Rechtsverkehr herrscht. Einige größere Geschäfte haben ihr Sortiment und die Werbeschilder („wine and beer“ auf die Kundschaft von den Inseln ausgerichtet, damit diese sich dort gezielt mit Alkoholspezialitäten aus Frankreich und der Bretagne wie Lambig oder Pommeau eindecken kann.

Weitere Sehenswürdigkeiten in Roscoff

Der Jardin Exotique ist für Freunde exotischer Pflanzen einen Abstecher wert. Außerdem gibt es in Roscoff ein Haus, in dem Maria Stuart gelebt haben soll. Roscoff lädt seine Besucher auch gern zum Feiern ein. Auf der „Fête de l’oignon rosé“ dreht sich alles um die roten Zwiebeln. Bei der „Fête de la Mer“ am Hafen freuen sich die Kinder auf die Karusselle und die Erwachsenen auf lokale Spezialitäten und musikalische Unterhaltung am Nachmittag und Abend. Auf diesem Fest kann man auch Zeuge interessanter Wettkämpfe wie einem Hummerrennen werden. Das gibt es wohl nur in der Bretagne!

 

 

Fotos: Comité Régional du Tourisme de Bretagne | © Pierre Torset (Roscoff) ,  © Alexandre Lamoureux (Fahrrad der „Johnnies“), © Ronan Gladu (Île de Batz)