Lorient: Eine untypische bretonische Stadt

Lorient
Lorient vom Meer aus: Boote und Hochhäuser bestimmen das Bild

Im Vergleich mit vielen anderen Städten der Bretagne fällt Lorient etwas aus der Rolle. Die Hafenstadt an der Küste von Morbihan lockt nicht mit einem mittelalterlichen Zentrum, beeindruckenden Kirchen oder atemberaubenden Strandpromenaden. Für bretonische Verhältnisse viele moderne Zweckbauten und insgesamt 5 Hafenanlagen prägen heute das Bild der viertgrößten Stadt der Bretagne.

Lorient entstand vergleichsweise spät, blühte dann aber im 18. Jahrhundert schnell auf. Der Handel mit den Ländern im Orient gab der Stadt Lorient ihren Namen und machte die Händler reich. Alte Bilder zeugen von Wohlstand und prachtvollen Bauten.

Durch die Lage an der Mündung zweier Flüsse war der Ort prädestiniert für den Handel mit der großen weiten Welt. Neben dem überseeischen Handelsverkehr war Lorient auch immer ein wichtiger Fischereihafen und seit Napoleon ankerten hier Schiffe des Militärs.

Diese Infrastruktur wurde der Stadt im 2. Weltkrieg zum Verhängnis. Nach der Besetzung Frankreichs stationierte die Wehrmacht in Lorient Kriegsschiffe und erweiterte die Anlagen um einen U-Boothafen. Den U-Boot-Bunkern galten gegen Ende des Krieges heftige Luftangriffe der Alliierten. Die Bunker blieben, während ähnlich wie in Brest das komplette Stadtzentrum in Schutt und Asche gelegt wurde.

Sehenswürdigkeiten in Lorient

Der tragische Teil der Geschichte Lorients lässt sich an 2 der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Stadt nachvollziehen. Das U-Boot „FLORE-S645“ und die Ausstellungen in den danebenliegenden Bunkern zeigen vor eindrücklicher Kulisse, was der Krieg für die Bewohner, die Stadt und die Soldaten bedeutete. Besucher finden die in Lorient gut ausgeschilderten Sehenswürdigkeiten am südöstlichen Zipfel.

Lorient historisch
Stadtzentrum von Lorient um 1907

Mit einer sehenswerten Ausstellung über das Segeln als Herzstück bildet der moderne Bau der Cité de la Voile Éric Tabarly einen angenehmen Kontrast zur Bunker-Architektur rund um den Hafen. Mitmachen und ausprobieren wird im nach einem der innovativsten Hochseesegler und Yachtkonstrukteure benannten Museum großgeschrieben. Mini-Boote durch ein Bassin steuern, an Segeltauen ziehen oder am Steuerrad eines Schiffes zu stehen sind vor allem für Kinder echte Highlights.

Was die Stadt selbst an Schönheiten vielleicht vermissen lässt, bietet dafür die Umgebung von Lorient. Von einem der Häfen gehen Fähren auf die Île de Groix, die man vom Ufer aus bereits sehen kann. Die Überfahrt mit der Fähre auf die Île de Groix dauert ca. 45 Minuten, dann betritt man ein Kleinod der Natur inmitten des Meeres vor Morbihan. Die Île de Groix ist von Lorient und Umgebung definitiv einen Tagestrip wert – wenn nicht sogar mehr!

Kulturell ist Lorient durch das „Festival Interceltique de Lorient“ ein echter Leuchtturm in der Welt der Kelten-Fans. Jedes Jahr im August treffen sich Begeisterte aus aller Welt. Es wird musiziert, gelesen, gespeist und „gaelic football“ gespielt – ein Vergnügen für Beteiligte und die willkommenen Zuschauer.

Restaurants in Lorient

Ein empfehlenswertes Restaurant in Lorient mit einem Top Preis-/Leistungsverhältnis ist das „Au Petit Breton“ in der Rue de Merville 51 im Zentrum. Inmitten des gemütlichen Ambientes werden hier exzellente Crêpes und Galettes serviert. Vom Hafen mit den Sehenswürdigkeiten Lorients ist das Restaurant etwa 30 Gehminuten bzw. 10 Autominuten entfernt.

Gehobene Küche erwartet den Gast zum Beispiel im „Le Jardin Gourmand“. Auf der Karte des Restaurants in der Rue Jules Simon 46 lassen vor allem die hervorragenden Fischgerichte und Meeresfrüchte dem Gourmet das Wasser im Mund zusammen laufen. Bon appétit !

Karte Lorient

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Saint-Brieuc

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Erquy

Foto: Comité Régional du Tourisme de Bretagne | © Yanick Le Gal

Foto: Collection Villard (Carte postale numérisée par Jean-Pierre Bazard | Wikimedia Commons | CC BY SA 3.0