Ouessant ist Finistère pur

Ouessant

Windumtoste Küste von Ouessant

Ouessant ist etwas für Besucher mit einem Faible für die raue und wilde Seite der Bretagne. Die Insel vor der Küste der Finistère bietet so gut wie keine Bäume, keinen echten Badestrand und kaum Sehenswürdigkeiten. Wer von der Fähre aus den Fuß auf Ouessant setzt, den erwarten bizarre Gesteinsformationen, viel Wind, tosende Wellen und beeindruckende Leuchttürme.

Auf 15 Quadratkilometern erstreckt sich die Hauptinsel des Ouessant-Archipel vor der Nordwestspitze der Bretagne. Die Insel hat damit genau die richtige Größe für einen Tagesausflug. Aber wie überall in der Bretagne gibt es selbst auf der abgelegenen Insel Ouessant Hotelzimmer, Ferienhäuser und Ferienwohnungen.

Die Leuchttürme von Ouessant

Die Lage von Ouessant am südwestlichen Eingang des Ärmelkanals macht die Leuchttürme der Insel für die Schifffahrt so wichtig. Rund um das Archipel gibt es unberechenbare Gewässer wie den reißenden „Fromveur“, eine der stärksten Strömungen in ganz Europa. Die Leuchttürme Phare du Stiff (zweitältester Leuchtturm Frankreichs), Phare Creac’h (einer der leistungsstärksten Signale weltweit), La Jument und Nividic weisen Schiffen den Weg durch die Fluten der Keltischen See. Die Türme liegen an der Nord- und Westküste von Ouessant verteilt, der Phare Creac’h und der Phare du Stiff sind an ausgewählten Tagen zu besichtigen. Im schwarz-weiß gestreiften Phare Creac’h zeigt ein kleines Museum außerdem die Entstehungsgeschichte der Türme von Ouessant.

Leuchtturm Phare Creac'h bei Nacht

Der Leuchtturm Phare Creac’h sendet eines der stärksten Lichtsignale weltweit aus

Auf dem La Jument, der wie der Nividic ein Stück vor der Küste liegt und vollständig von Wasser umschlossen ist, schoss der Fotograf Jean Guichard ein berühmtes Foto. Die Luftaufnahme zeigt den Wärter Théodore Malgorn, der aus der Tür tritt, während sich an der dem Meer zugewandten Seite eine Riesenwelle bricht. Malgorn bemerkte, was sich hinter ihm zusammenbraute und trat rechtzeitig in das Innere, bevor die Wellen vor der Tür ineinanderkrachten.




Das Bild wurde im Dezember 1989 aufgenommen, zur Zeit der großen Winterstürme. Im Herbst und Winter ist das Wetter besonders ungemütlich, dann tobt der Wind besonders stark um die Klippen der Insel. Wen die Naturgewalten reizen, der kann an einer geführten Sturmwanderung auf Ouessant teilnehmen und die Wucht der Elemente hautnah erfahren.

Fähre nach Ouessant

Fähren zur Insel legen ab Brest, Le Conquet (westlich von Brest) oder Camaret (auf der Halbinsel Crozon) ab. Auf der Website der Linie erfahren Sie, wann die Schiffe vom Festland aus bzw. von der Insel aus in See stechen. Von Brest aus dauert die Überfahrt nach Ouessant 2 bis 2 ½ Stunden. Für einen Tagestrip empfiehlt es sich, die Fähre kurz nach 8 Uhr morgens zu nehmen und gegen 19 Uhr auf das bretonische Festland zurückzukehren.

 

 

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Fotos: Comité Régional du Tourisme de Bretagne | © Xavier Dubois (Küste), © Emmanuel Berthier (Phare Creac’h)