Komplett abschalten auf der Île de Batz

Strand Île de Batz

Am Strand der Île de Batz

Inseln haben als Urlaubsziel immer einen ganz besonderen Reiz. Ein paar hundert Meter Meereswasser zwischen den Urlaubsort und das Festland zu bringen, ist die beste Voraussetzung, mal richtig abzuschalten. Allein das Gefühl, eine Fähre zu besteigen und das Festland in der Ferne immer kleiner werden zu sehen, lässt schon eine ganze Menge Alltagsstress abfallen.

Die Île de Batz ist ein Paradebeispiel für einen perfekten Rückzugsort. Zwar gibt es auch auf der Île de Batz Besucher, die mit den Fähren anlanden und tagsüber einen Ausflug auf die nördlichste Insel der Finistère machen. Von Touristenmassen kann hier jedoch keine Rede sein. Selbst in der Hochsaison ist der Andrang kein Vergleich zu anderen bretonischen Inseln wie der Belle-Île-en-Mer in Morbihan, der Île de Brehat in Côtes-d’Armor oder selbst dem weiter westlich gelegenen Ouessant.

Die unaufgeregten Sehenswürdigkeiten der Île de Batz

Vor Roscoff gelegen, bietet die Île de Batz auf 320 Hektar viel Bretagne: Meer, Wind und eine abwechslungsreiche Küste. Um den Hauptort Porz Kernog laden felsige Buchten und abgelegene Strände dazu ein, ungestört das Meer zu genießen. Vor allem die Buchten auf der Nordseite der Insel sind mit feinem Sand gesegnet und oft menschenleer. Entlang der Grenze zwischen Wasser und Land führt ein Weg um die in der Ost-West-Ausdehnung 3,5 km lange und von Norden nach Süden 1,5 km breite Île de Batz, der in 2 bis 2.5 Stunden bequem zu erwandern ist.

Die Strecke führt vorbei an allen Sehenswürdigkeiten der Île de Batz. Startet man von der Anlegestelle der Fähre sind das Im Uhrzeigersinn der Ort Porz Kernog mit einer typisch bretonischen Kirche im Kern und einem schönen Hafen, der Leuchtturm am westlichen Ende, ein beeindruckender Felsen am Meer und der exotische Garten „Jardin Georges Delaselle“. Die Attraktionen an sich wirken ebenso entspannt, wie der Gang über die Insel. Autos sind auf der 320 Hektar großen Insel nicht gestattet, die Straßen und Wege teilen sich die Menschen lediglich mit Traktoren, Leihfahrrädern und einigen glücklich muhenden Kühen.

Bei schönem Wetter locken einige fantastische Strände zum Baden. Vor allem der Strand zwischen Hafen und Leuchtturm bzw. direkt am Campingplatz der Île de Batz sind bei Sonnenschein unwiderstehlich. Wetter zum Baden kann auch im Sommer auf dieser Insel der Bretagne nicht garantiert werden. Immerhin ist das Wetter wegen des Mikroklimas auf der Insel oft besser als auf dem Festland. Während über Roscoff dunkle Wolken hängen, wandert der Spaziergänger trockenen Fusses über die Île de Batz und kann sich in aller Ruhe von den interessanten Licht- und Farbenspiele über dem Wasser faszinieren lassen.




Mit der Fähre auf die Île de Batz

Das Auto lassen Urlauber oder Tagesausflügler am Hafen in Roscoff stehen und besteigen dort die Fähre auf die Île de Batz. Bei Ebbe legt das Boot vom Ende einer langen Mole ab (5 Minuten Fußweg einplanen), bei Flut direkt am Kai. Die Überfahrt kostet Hin und Retour 9 EUR und dauert bei Hochwasser nicht mehr als 20 Minuten. In der Saison pendeln die Schiffe stündlich. Direkt an der Anlegestelle auf der Insel lassen sich Fahrräder leihen, für den Tag oder einen ausgedehnteren Aufenthalt.

Wer in einem Ferienhaus der Île de Batz, einer Ferienwohnung oder dem Campingplatz seine Zelte für längere Zeit aufschlagen möchte, dem empfiehlt sich, den Großeinkauf in den Supermärkten in Roscoff erledigen. Für kleinere Einkäufe bieten zwei Läden auf der Insel ein ausreichendes Sortiment. Nicht entgehen lassen sollte man sich die Schätze aus den Nahrungsquellen vor und auf der Insel. Fischer verkaufen ihren Fang an wenigen Stunden pro Tag vom Kutter oder in ihren Häusern in Porz Kernog. Hummer, Muscheln, Fische haben trotz Direktverkauf ihren Preis – aber frischer geht es nicht.

Auf der Insel wird neben der Fischerei Landwirtschaft betrieben, vor allem für den Anbau von Gemüse ist die Île de Batz bekannt. Wegen der milden Bedingungen ernten die Bauern hier öfter im Jahr Zwiebeln, Salat und Kartoffeln als ihre Kollegen auf dem Festland. Frischen Fang aus dem Meer und Gemüse von der Insel verwenden auch die meisten der Restaurants. Die Zahl der Lokale ist der Größe der Insel angepasst – relativ überschaubar. Rund um den Hafen kann der hungrige oder durstige Gast im „Les Herbes Folles“ oder „Le Bigorneau Langoureux“ einkehren. Empfehlenswert sind im Ortskern die Brasserie / Pizzeria „Le Ty Bar Do“ und die Crêperie „Ty Yann“.

 

 

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Foto: Comité Régional du Tourisme de Bretagne | © Yanick Le Gal