Pont-Aven: Malerische Stadt mit künstlerischer Geschichte

Pont-Aven

Im Hafen von Pont-Aven

Pont-Aven im Süden der Finistère gehört zu den beliebtesten Zielen der Bretagne. Die Schönheit der Gegend und der Stadt ist dabei nicht der einzige Grund für die Besucherströme. Vielmehr ist es die Geschichte von Pont-Aven als Anziehungspunkt für namhafte Künstler, die den Ort so besonders macht und der man in Pont-Aven an vielen Punkten begegnet. In Deutschland erhielt die Bekanntheit von Pont-Aven durch den ersten Bretagne-Krimi aus der erfolgreichen Serie um Kommissar Dupin einen zusätzlichen Schub.

Der kleine Fluss Aven, der Pont-Aven seinen Namen gibt, entspringt weiter nördlich an den Ausläufern der bergigen Gegend im Inneren der Bretagne. In Pont-Aven vermischt sich bei Flut das Süßwasser des Flüsschens mit dem Wasser des Meeres. Für die paar Yachten und Schiffe im kleinen Hafen sind es aber noch ein paar Kilometer bis zur Küste.

Unterwegs in Pont-Aven

Zwischen der dank eines riesigen Gemäldes von Paul Gauguin nicht zu verfehlenden Hauptbrücke, der „Pont“ Aven, und dem Hafen erhält der Besucher auf wenigen hundert Metern einen Eindruck, warum Pont-Aven die Künstler begeisterte. Kleine Wasserfälle, malerische Felsblöcke im Flussbett, eine historisch anmutende Fußgängerbrücke (deren Holzverzierungen sich beim Befühlen als Beton entpuppen), die alte Mühle „Moulin du Grand Poulguin“ und zahlreiche bunt-pittoreske Häuschen rechts und links des Wasserlaufes.




Das historische Zentrum bietet abseits dieser Ansammlung an Sehenswürdigkeiten kleine Straßen und Gassen. Hier knüpfen Galerien und Kunsthandwerker das künstlerische Erbe von Pont-Aven an. Die Maler, die Pont-Aven im 19. Jahrhundert für sich entdeckten, quartierten sich nicht weit entfernt von der Hauptbrücke in Pensionen des einstigen Fischerdorfes ein. Nicht selten beglichen die Künstler Kost und Logis mit eigenen Werken.

Heute sind die Künstler von einst in Crêperien, Restaurants und Läden präsent. Ihre Kunstwerke zieren außerdem Postkarten, Kalender oder Keksbüchsen der weithin bekannten Bäckerei „Traou Mad“. Trotz den allgegenwärtigen Bezügen und den vielen Besuchern bewahrt das Städtchen selbst im Sommer seine Souveränität. Fast immer schafft es Pont-Aven, nicht wie eine überlaufene Touristenhochburg zu wirken. Da die meisten Besucher Tagesausflügler sind, lässt sich Pont-Aven am besten in den frühen Morgenstunden oder nach dem Abendessen ungestört genießen.

Das Museum von Pont-Aven

Bei der Geschichte von Pont-Aven als Künstlerkolonie, verwundert es nicht, dass das Museum keine Ausstellungen zu Seefahrerei oder Naturgeschichte beherbergt. In einem der beliebtesten Museen der Bretagne dreht sich alles um Kunst.
Seit März 2016 zeigt sich das Museum frisch renoviert und mit doppelter Ausstellungsfläche. Heute sind dort Werke von Paul Gaugin, Maurice Denis oder Paul Sérusier dauerhaft zu sehen. Wechselnde Ausstellungen ergänzen die Gemälde der Meistermaler der „Schule von Pont-Aven“.

In der Hauptsaison Juli und August ist das Museum täglich von 10 – 19 Uhr geöffnet. In der Nebensaison schließt das Haus um 18 Uhr, zwischen Anfang November bis Ende März ist die Öffnungszeit von 14 – 17:30 Uhr. Außerhalb der Hauptsaison ist das Museum nur am Montag geschlossen. Die moderaten Eintrittspreise liegen zwischen 7 und 5 Euro im regulären Tarif und zwischen 3 und 5 Euro bei Ermäßigungen.

Die Umgebung von Pont-Aven

Ein paar Kilometer weiter nördlich liegt der Ort Bannalec. Jeder Fan der Bretagne-Krimis um Kommissar Dupin wird da hellhörig. Offenbar hat das Städtchen bei der Namensgebung des Autors Jean-Luc Bannalec Pate gestanden. Allerdings hat der Ort keine Attraktionen zu bieten, die einen Zwischenstopp zum absoluten Muss machen.
Einen Abstecher wert hingegen ist da schon Le Pouldu, ein kleiner Küstenort ca. 20 Autominuten weiter südöstlich. Den herrlichen Strand von Le Pouldu und der Spaziergang auf den Klippen sollte man sich nicht entgehen lassen.
Für Campingfreunde empfiehlt sich der Campingplatz „Le Saint Nicolas“ auf der westlichen Seite der Aven kurz vor deren Einmündung ins Meer. Die Betreiber vermieten neben Stellplätzen auch die sogenannten „Mobil-home“, eine Art Ferienwohnung auf dem Campingplatz.

 

 

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Foto: Comité Régional du Tourisme de Bretagne | © Yanick Le Gal