Concarneau: Beeindruckende „Ville Close“ und mehr

Concarneau

Die „Ville Close“ ist das Markenzeichen von Concarneau

Concarneau ist wegen seiner berühmten „Ville Close“ eines der meistbesuchten Ziele der Bretagne. Wie Saint-Malo im Norden darf Concarneau in der südlichen Finistère stolz sein auf ein vollständig von Wasser und Mauern umschlossenes Viertel in der Stadt.

Zu Besuch in der „Ville Close“ von Concarneau

Die Ville Close wurde einst als Inselfestung im Hafen Concarneau errichtet. Trotz der Lage hielt die befestigte Anlage nicht allen Angriffen stand. Vor allem in den Konflikten um die Zugehörigkeit der Bretagne zu Frankreich und in den Religionskriegen des 16. Jahrhunderts wechselten die Fahnen auf den Türmen mehrfach die Farbe. Eine Zeit lang galt die „Ville Close“ zudem als gefürchteter Rückzugsort für Diebe und Seeräuber.

Noch heute erreicht man das Viertel nur über eine schmale Fußgängerbrücke. Die Brücke wird auf der Insel zur Rue Vauban, der Hauptmagistrale der Ville Close. Folgt man der Straße, die später Rue Saint-Guénolé heißt, gelangt man bis ans östliche Ende des Viertels.
Hier öffnet die „Porte au vin“ den Blick auf das Meer. Die Öffnung in den Mauern wurde so benannt, da hier die Schiffe Wein für die Bewohner und das (heute nicht mehr vorhandene) Schloss in der südöstlichen Ecke anlieferten.

Touristischer Anziehungspunkt

Die Mauern umfassen die Ville Close mit Ausnahme eines kleinen Abschnittes komplett. Bei einem Spaziergang auf den „remparts“ bietet sich eine schöne Aussicht auf den Fischerei- und den Yachthafen, die paar Straßenzüge innerhalb der Mauern und das Concarneau jenseits des Hafens.




Auf dem Rundgang in der Ville Close entdeckt der Besucher alles, was ein touristischer Anziehungspunkt in der Bretagne zu bieten hat: Restaurants und Cafés, Crêperien und kleine Läden, Fachwerkhäuser und Straßenmusikanten. Wermutstropfen dieses Highlights sind die großen Mengen an Besuchern. Vor allem während eines sonnigen Tages in der Hochsaison herrscht dichtes Gedränge.

Wer sich zu einem Besuch der trotz der Besucherströme absolut sehenswerten Ville Close entschließt, muss das Fahrzeug vor den Mauern abstellen. Für einen Aufenthalt in dem berühmten Viertel mit anschließendem Abstecher zu den Sehenswürdigkeiten im Stadtzentrum von Concarneau empfiehlt sich ein ausgeschilderter Parkplatz direkt am Hafenbecken. Eine Stunde Parken kostet hier 1 Euro. Zu Stoßzeiten im Sommer darf man nicht mit einer Garantie rechnen, einen der 360 Stellplätze zu ergattern. Ausweichmöglichkeiten sind ausgeschildert.

Was hat Concarneau noch zu bieten?

Concarneau hat eine lange Tradition als einer der wichtigsten Fischereihäfen Frankreichs. Noch heute ist der moderne Teil des Hafens der größte Umschlagplatz für Thunfisch in Europa. Zeugnis von diesem Teil der Geschichte Concarneaus gibt das Fischereimuseum „Musee de la Peche“ innerhalb der Mauern der Ville Close.

Jenseits der dicken Granitbefestigungen der Ville Close liegt das Restaurant „L’Amiral.“ Fans des Kommissar Dupin ist dieser Name ein Begriff. Der Detektiv hat in seiner Wahlheimat das L’Amiral zu seinem Lieblingsrestaurant auserkoren. In den Büchern kehrt er hier regelmäßig ein, um exzellent zu essen und einen Espresso zu nehmen. Wegen des großen Erfolgs der Bücher und des Restaurants haben die (nicht fiktiven) Besitzer des Lokal mit Autor Jean-Luc Bannalec ein Kochbuch mit den bevorzugten bretonischen Gerichten des Kommissar verfasst.

Ebenfalls außerhalb der Mauern steht das „Marinarium“ kleinen und großen Besuchern offen. Das Aquarium befindet sich am südlichsten Zipfel von Concarneau, genauer am Place de la Croix.

Zu Concarneau gehören einige schöne Strände. Etwas weiter nördlich vor der Stadt lässt es sich am Strand Le Sables Blancs herrlich an der Baie de la Forêt entspannen. Zentrumsnah lockt La Corniche, weiter südlich, gegenüber der Ville Close, der Strand La Pointe de Cabellou.

Nicht unerwähnt bleiben darf die „Fête des Filets Bleus„. Das „Festival der blauen Netze“ geht zurück auf das Jahr 1905, in dem die Sardinen den Fischgründen fernblieben und die Stadt große Not litt. Heute ist der Umzug mit Trachten und traditionellen Instrumenten eines der größten Festivals der bretonischen und keltischen Kultur. Immer Mitte August belebt die die „Fête des Filets Bleus“ die Straßen Concarneaus.

 

 

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Fotos: Comité Régional du Tourisme de Bretagne | © Emmanuel Berthier